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March 12 2014

Ich sehe sie tanzen. Sich bewegen, wie nur sie es tat. Es waren besondere Bewegungen. Sie waren nicht besonders flüssig oder geschmeidig. Sie waren nicht besonders ausgefallen. Man sah, dass sie mit einigen Bewegungen Schwierigkeiten hatte. Dass sie mit sich selbst kämpfte. Man sah, dass sie nicht wusste was sie da tat, und dass ihr Tanz nicht geprobt war. All das konnte man sehen.

Doch sie verzauberte jeden in diesem Raum. Ihre Bewegungen waren nicht perfekt. Sie waren ehrlich.

Wenn sie ihren Körper drehte, hielt sie ihren Kopf leicht schief. Als würde sie zuhören. Als wäre sie in ein Gespräch vertieft.

Sie erzählte uns eine Geschichte. Wir alle konnten sie sehen, ja beinahe spüren. Sie tanzte uns in eine Welt voll Zauber. Von Lichtern und Feen, von verliebten Paaren und sprechenden Tieren. Sie tanzte uns in eine Welt voller Liebe und Leidenschaft, voll Glückseligkeit.

Bittersüße Glückseligkeit.

Sie erzählte uns von Schmerz, der im Verborgenen lag, von Lüge und Betrug. Von Einsamkeit, mitten im Paradies. Sie erzählte uns von zwei Schicksalen, eng miteinander verknüpft, und doch so weit auseinander.

Sie erzählte uns ohne ein Wort zu sagen. Sie schrie, sie bebte, sie kämpfte ohne ein Geräusch zu machen. Sie war so erschöpft. Erschöpft von dieser Glückseligkeit, von dieser Harmonie. Erschöpft vom perfekten Leben, in dass niemand hinein passt, ohne dem niemand weitermachen kann. Erschöpft vom allein sein unter Tausenden.

Sie erzählte uns von zwei Schicksalen, eng miteinander verknüpft und doch so weit auseinander. Ohne ein Wort zu sagen verzauberte sie uns in eine Welt, in der alles möglich war. Alles Glück und alles Unglück. Sie, mit dem melancholischem Gesichtsausdruck. Sie, mit der schwarzen Augenbinde.

Wie ihre Haare in den Nacken fielen, wie sich das weiße Tuch an ihren Körper schmiegte. Wie sie tanzte, sich bewegte, als wäre sie ein Schwan. Wie sich ihre Taille bewegte, wie das Licht auf sie fiel. Als würde es sie tragen. Als würde sie auf ihm schweben. Wie geschickt sie ihren Schatten einsetzte. Als würde sie mit ihm spielen. Mit ihm streiten, und sich anschließend wieder versöhnen. So, dass man jede kleinste Bewegung wahrnehmen, jeden Muskel sehen, ja beinahe spüren konnte. Ihr schmalen Finger. Ihre Gestreckten Beine, die kleine Narbe am linken Knöchel.

Wie sich die Musik an ihre Bewegungen anpasste. Als würde sie zu ihr Spielen. Als würde Sie sie gar nicht hören. Sie erzählte uns eine Geschichte mit ihrem Tanz. Ohne Worte oder Bilder. Sie tanzte sie direkt in unser Herz.

Ihr Auftritt füllt Säle. Atemloses Staunen. Stundenlanges Schweigen. Schönheit aus Dunkelheit. Wie ein Regentropfen in einer Sommernacht.

Niemand klatscht. Niemals spricht jemand ein Wort. Nur sie, das Licht, ihr Tuch, die Musik.

Wie ein Bild, wie ein Kunstwerk. Wie eine Geschichte. Ihr Name war Theresa.


img: embedded image

November 20 2013

Ein Alter Tibetteppich

Deine Seele, die die meine liebet,
Ist verwirkt mit ihr im Teppichtibet.

Strahl in Strahl, verliebte Farben,
Sterne, die sich himmellang umwarben.

Unsere Füße ruhen auf der Kostbarkeit,
Maschentausendabertausendweit.

Süßer Lamasohn auf Moschuspflanzenthron,
Wie lange küßt dein Mund den meinen wohl
Und Wang die Wange buntgeknüpfte Zeiten schon?

-Else Lasker Schüler


November 05 2013

Wie kann ich das vereinen, das warten auf dich? das dich-gehen-lassen, und das genießen?


Immer vergleichen, immer sein wollen wie andere, immer tun wollen, was andere tun, dabei vergessen, was man selbst ist, vergessen, was man tun kann, was man schaffen und finden kann, immer rüber schauen, auf die Antworten vom Nachbarn. Immer hinüberschauen, und dabei gar nicht sehen, dass die eigenen Fragen ganz andere sind.

Sich lieben in seiner Rastlosigkeit. Sätze werfen, wie Tomaten nach einem minderbegabten Musiker. Zu wissen: Was du da tust ist SCHEISSE. SCHEISSE. Hörst du mich? Aber es lieben. Es nicht hergeben wollen, einfach scheiße sein wollen.

Trinken, und dabei den Boden verlieren. Rauchen, um ihn wieder zu finden.
Leben, für Momente. Für das Leben.
Was sonst?

Sich wegwerfen wollen. To get wasted? Na aber hallo.


Ich hab mir Frohsinn geborgt und ein Lachen geklaut
Wie ein Trottel gegrinst und dem Leichtsinn gefrönt
Bin gerannt wie ein Narr alle Berge hinab
Aber besser war’s deshalb noch nie

Ein Hoch auf die Schwermut. Das Melancholische. Traurig anmaßende. Immer vergleichende, nie Verzichtende, immer richtende. Ein Hoch auf das Traurigsein, das Dilemma, in seinen eigenen Ängsten zu ersticken. Zunicken, dem Untergang seiner Träume. Das war’s schon wieder? Naja, schön, dass ihr da ward.
Ich will lachend durch Wände gehen, und weinen ohne Grund. Ich will traurig sein, traurig sein dürfen. Ich will ihr den Kopf abhacken, dieser Harmonie, ich will ihnen die kalte Schulter zeigen, meinen Träumen. Die Schönheit nicht fassen können. Unfassbar sein, unaufhaltbar sein, mich werfen in deine Arme, und mir nicht gerecht werden. Ich will mir nie wieder gerecht werden. Nie wieder gerecht werden müssen. Ich will haltlos sein, und fassungslos. Ich will aus meiner Fassung treten, Will da sein, wo ich hingehöre, da sein, wo ich mich zuhause fühle. Will mich in deinen Armen winden, und ihnen entfliehen, nur um wieder und wieder zurückzukommen. Will nie wieder andere Arme sehen, nie wieder von anderen gehalten werden.

Ich will Trampolin springen, durch die Welt fliegen, über alles hinweg, und immer, immer so leicht. Nie war ich glücklicher, als zwischen diesen Tasten, dich in meinem Herzen, nie war ich leichter, als beim Laufen im Herbstwind.

Ein Hoch auf die Stimmungslosigkeit, und die Sinnlosigkeit derselben. Ein Hoch auf das Hoch, das Tief, dass sich in nichts unterscheidet, dass sich so gleich ist, wie zwei Herbstblätter die herabfallen. Wunderschön, bunt. Und verloren. Nie war ich mehr verloren als in meinen glücklichsten, meinen traurigsten Momenten. Nie gab es ein schöneres Gefühl.


Eigentlich muss man ja nur die Stimmen einfangen, eigentlich ist ja alles schon da.

Man sieht die Wunder ja, man sieht den Mond, der leuchtet und den Nachthimmel erhellt, man sieht sein Leben vor sich, man sieht die Menschen, die ihre eigenen Geschichten schreiben. Eigentlich ist ja alles schon da, man muss es nur noch einfangen.

Eigentlich muss man auch gar nichts. Man kann ehrlich zu sich sein, wenn ich das wäre, wäre ich nicht da wo ich jetzt bin. Ich könnte mich fragen: warum hast du aufgehört zu schreiben? Warum tust du es nicht? Das, was dich glücklich macht, das was du tun wolltest, seit du ein kleines Kind warst?

Ich hätte gerne ein Haus, und zwei Kinder. Seit ich klein war, lebten meine Figuren immer in den selben Häusern, immer wiederholend, andere Figuren, andere Akzente, aber immer das selbe Haus. Ich glaube es ist mein Haus, ich glaube es ist das Haus, in dem ich einmal Leben werde. Es wird das Haus sein, in dem Gretchen Sackmeier gewohnt hat, in dem die Tintenherz Trilogie gespielt hat. Es wird das Haus sein, in dem all die Geschichten gespielt haben, die ich geliebt, gelebt, ja vergöttert habe. Es wird meines sein.

Und ich kann dann da sitzen, und mir die Geschichten ansehen. Ich habe meinen Schreibtisch mitten im Raum, mitten im Küchen-Ess-Wohnzimmer, und sehe alles, was um mich passiert, und alles was um mich passiert ist Geschichte. Alles ist Leben und alles ist da. Und ich muss es nur noch einfangen. Ich will Autorin werden. Ich will Autorin sein. Ich will Leben erschaffen, Geschichten, Freude und Schmerz. Ich will begeistern können, andere Menschen berühren. Ich will es nicht sein, ich bin es, und ich weiß, dass ich es bin. Ich weiß es, weil ich mich in nichts anderem sehen kann.

Angst.
Angst vor sich selber, Angst zu versagen. Angst vor den Blicken der anderen. Ganz plötzlich war sie da, die Angst, ohne sich anzukündigen. Ganz plötzlich war die Furcht da, vor meinen eigenen Gedanken vielleicht, vor meinen Eigenen Geschichten, davor, dass sie nicht das sind, was sie sein sollen. Überwindung dieser Angst, stellenweise unschaffbar.

Ein weißer, leerer Raum, und ich . Ich und die Tasten. Was gibt es doch für skurrile ausreden. Die Tastatur ist nicht gut, der Bildschirm zu klein, der Stift liegt nicht gut in der Hand. Was ich an wunderschönen Notizbüchern zuhause habe, nur um sie ewig geschlossen zu halten.

Manchmal spüre ich sie, da überkommt es mich. Das kribbeln, das Hüpfen in meinem Bauch. Meine Finger werden ganz nervös, und ich brauche auf der Stelle etwas zu schreiben. Meist, wenn ich gerade nichts da habe. Meist, wenn ich unterwegs bin.

Was passiert wohl hinter diesen Fenstern? Was denken die Menschen, die mir gegenüber in der Ubahn sitzen?

Ich habe eine Freundin, die habe ich noch nie gesehen, aber ich weiß, dass sie da ist. All diese Geschichten stammen von ihr, all diese Geschichten, sie erzählt sie, und ich schreibe nur. Das ist meine Aufgabe. Zu schreiben, zu tippen. Sie braucht meine Finger, ich gebe sie ihr. Ich habe nicht die Aufgabe über den Sinn nachzudenken, oder über die Formulierungen, ich bin nur die Hand die tippt. Ich bin ihr Werkzeug, und ich lasse alles hinaus, was sie sagen will. Ich habe sie nicht zu beurteilen, ich habe sie nicht zu zensieren.

Ich bin nur ihr Werkzeug. Ich möchte Autorin werden.


November 03 2013

zuhauserig.


Die Ubahn kommt. Die Leute, wie sie stehen. Warten. die Minuten zählen. Ihre Kleidung zurechtzupfen, und immer, immer warten. Stehen, ihr leben lang. Sich die Beine in den Bauch treten, ihre Schritte im Takt ihres Lebens. Ihre Schritte, wie das Ticken der Uhr. Wie sie darauf warten, darauf zu steuern, auf ihr Ende. Wie sie warten, bis die Zeit vergeht. Immer, Immer warten, wie die Zeit vergeht. Wann kommt die Ubahn, wann fährt der Bus? Wann ist endlich Feierabend?

Die Körper, wie sie sich wiegen in der Musik. Ihr entzücken, ihre Ekstase. Die Leidenschaft in der Luft. Das Herzblut, ihre Leidenschaften. Ihre Leben, freigegeben, für diesen Moment. Absolute offenheit. absolute Nacktheit. Seelenstriptease in seiner Perfektion. Die Augen geschlossen, die Lachen und Leiden serviert auf dem Silberteller. Noch mehr? Nein, danke.

Eins werden mit der Musik, eins werden wollen, sie aufnehmen wollen. Musik in ihrem einzigen Grund, ihrem einzigen Zweck, jetzt und für alle Zeit. Menschen freisetzen, von allen Zwängen, allen Oberflächlichkeiten, allen Banalitäten. Menschen frei lassen, frei setzen, ihren eigenen Emotionen preisgeben. Alle Liebe zulassen, allen Schmerz. Ein Geschenk.


Zwei Elefanten,
Die sich gut kannten
Die hatten vergessen
Ihr frühstück zu essen.

Da sagte der eine:
“Was ich jetzt brauch,
Sind dreiunddreißig Bananen im Bauch!”

Da sagte der andre:
“Ich auch.”

Früher wollte ich ja immer werden wie Mira Lobe. Oder Astrid Lindgren. oder Christine Nöstlinger- das am allerliebsten.


Lebe das Leben.
Liebe es.

Liebe es so wie es ist

Was es ist.

Was es sein kann
Wie es sein kann.

So

Wie du es schon immer wolltest.

Still.


August 31 2013

Home

Ich bin
Ich.
Ich bin alles.
Wir alle sind
Worte.
Alles.
Wir dürfen
Alles
Am Ende
Tatenlosigkeit.


June 26 2013

I took the turn and turned to
begin a new beginning
still looking for the answer
I cannot find the finish
It’s either this or that way
it’s one way or the other
it should be one direction
it could be on reflection
the turn I have just taken
the turn that I was making
I might be just beginning
I might be near the end.


June 23 2013

was zählt

Was zählt ist die Nichtigkeit. Das nichts sein. Das nicht-da-sein. Was zählt sind die Stunden. Die Minuten, die schweigend bestehen. Das Schweigen, das lauschende. Das zitternd melancholische. Das schweigende Schweigen, das traurige. Das unangreifbare, unverzichtbare. Das beschwichtigende. Das wichtige. Was zählt ist das Zählen. Das zählende, der Stunden, Minuten, der Tage, der wochenlangen Momente. Was zählt ist das Zählende. Das Aufzählende. Das Erzählende. Das Zahlende. Das Bezahlende.

Was zählt ist das Schließen. Das Abschließen, mit dir. Mit uns, das Einschließen, in mir. Das Ausschließen von dir, das Verschließen vor uns. Was zählt ist die Leere. Die Nichtigkeit. Das Nichtssein. Das Nichtdasein. Was zählt sind die Stunden, alleine. Sind die Nächte, alleine. Ist der Schmerz, die leere. Die Stille, die brüllende. Das Verzweifeln, das glückliche. Das Verzweifeln, das verzweifelnde. Was zählt, ist der Kummer, ist der Abgrund, sind die Träume. Was zählt sind die Alpträume. Was zählt ist das Schlafen. Das Nicht-schlafen. Das Nicht-schlafen-können. Was zählt ist die Last auf meinen Schultern. Wie sie darunter zusammenbrechen, Tag für Tag. Stück für Stück. Das nicht-mehr-tragen-können. Das nicht mehr weiter wollen. Was zählt ist das verschließen, das Einschließen vor uns. Vor dir, vor mir. Das Aufzählen, der Momente, der Gedanken, der Dinge für uns. Das Zahlen, mit unseren Tränen. Was zählt ist die Tränenlosigkeit. Das Gemeinsame. Das Alleinige. Das gemeinsame Alleinsein. Das alleinige Gemeinsam-sein. Was zählt ist das ausschließen, von dir, das zuschließen vor deinen Blicken, das nicht-in-die-Augen-schauen. Das nicht-sehen-wollen. Das nicht-zeigen-wollen. Was zählt ist das Oberflächliche. Nie das Unterschwellige. Nie das auf der Schwelle stehende, gehende. Was zählt ist das Alleine sein. Das nicht-nachfragen-wollen. Das nicht-antworten-können.
Das Aufwachen. Das Heimkommen. Das Verabschieden. Das Zu-Ende-gehen. Was zählt ist das Falsch-machen. Das erwachen. Das Mehr-machen. Das Weiter-machen. Das Weiter-tragen. Das Im-Kreis-drehen. Was zählt ist die Leere, die Grenzenlose. Die Tiefe. Das Nicht-sein. Das Nichtdasein. Das Fallen, das grenzenlose.

Was zählt ist ein Geist, und wie er zerbricht.


June 03 2013

One thing that you always did was running.
Please… run home.
Gone are the days with you.


May 30 2013

Die Vorstellung der Seelenverwandtschaft ist höchstwahrscheinlich so alt wie das menschliche Denken über die Seele an sich; es gibt in jeder bekannten Mythologie Beispiele für Seelenverwandtschaften – und selbst rationale Philosophen wie Platon haben die Metapher von den zwei getrennten Seelen bemüht, deren Sein motiviert ist von dem Streben danach, wieder zusammenzufinden.

Es ist schwer zu sagen, ob die den meisten Menschen innewohnende Sehnsucht nach einem Seelenverwandten, einem Menschen, der uns ganz versteht – oder aber das tatsächliche Phänomen der erlebten Seelenverwandtschaft ausschlaggebend für die Prägung des Begriffes war. Tatsache ist aber, dass es immer wieder Berichte von Seelenverwandtschaft gibt, und durch die Jahrhunderte und Kulturen kontinuierlich gegeben hat. Interessant ist, dass diese – ob wohl Gegenteiliges leicht anzunehmen wäre – durchaus nicht immer von Esoterikern oder Poeten gemacht wurden. Auch sehr vernunftgesteuerte, sachliche Menschen berichten von diesem Erlebnis. Zwar auf die ihnen eigene, schnörkellose Weise, aber unverkennbar im Hinblick auf das Erleben und die Symptome.

Eines der Grundmerkmale der Seelenverwandtschaft zwischen zwei Menschen ist, dass sie sofort erkannt wird – und zwar innerhalb weniger Momente der Unterhaltung, oft sogar nur durch das reine Betrachten der Person, beziehungsweise ihre physische Anwesenheit. Im Gegensatz zu den einem gesellschaftlich vorgegebenen Lauf eines Gespräches, das sich vom Small Talk langsam über biografische Details bis zu intimeren Mitteilungen entwickelt, sind die Gespräche von Seelenverwandten durch eine unmittelbare und sofortige Intimität und Vertrautheit gekennzeichnet, die ein relativ schonungslose Offenheit und die Mitteilung privatester Details schon beim ersten Zusammentreffen möglich macht. Die ist kennzeichnend begleitet von dem alle Zweifel negierenden Gefühl, den anderen schon “ewig zu kennen”.

Hinzu kommen sehr häufig charakterliche und erstaunlicherweise auch biografische Parallelen in der bisherigen Lebensführung der Seelenverwandten. Oft liegen die Geburtstage nahe beieinander, oder sind auf andere Weise astrologisch eng miteinander verknüpft. Allerdings sollte man sich besonders bei Letzterem nicht durch astrologische Konstruktionen beeinflussen lassen; die meisten Geburtstage können sinnvoll verknüpft werden. Im Falle von Seelenverwandtschaften sind die Zusammenhänge oft sehr klar und ohne umfangreiche Berechnungen zu erschließen.

Ein weiteres wichtiges Kriterium ist das Gefühl unbedingten Vertrauens in den Anderen, dass durch keine gemeinsam verbrachte Zeit in dieser Intensität zu rechtfertigen wäre. Im Austausch mit dem Anderen taucht oft das Gefühl des “Sich-Wiedererkennens” auf; nicht im Sinne einer narzisstischen Spiegelung, sondern eher im Gefühl von Reflexion der eigenen Erfahrung durch die Erfahrung des Gegenübers.

Auch die Kommunikation kann überraschend – und manchmal schockierend – non-verbal ablaufen. Oft sind Seelenverwandte in der Lage, am Blick oder der Mimik des anderen dessen Gedanken abzulesen, und zwar selbst dann, wenn diese recht komplex sind. Hierzu gehört auch, dass der Blickkontakt sehr intensiv sein kann und als direkter Blick in die Seele des Gegenübers erlebt wird. Trotz dieser manchmal fast wortlosen Kommunikation wird die Unterhaltung mit dem Anderen als außerordentlich erfüllend wahrgenommen, und die gemeinsam verbrachte Zeit oft auch ohne explizite Aktivität als intensiv. Diese Art der fast telepathischen Wahrnehmung wird auch von anderen beobachtet und bestätigt.

Die Intensität der Begegnung mit einem Seelenverwandten, und die Umkehrung aller bis dahin gültigen Strategien des Kennenlernens und Vertrautwerdens kann eine verstörende Wirkung auf die Beteiligten haben. Nicht selten resultieren diese in ein zunächst instinktives Bedürfnis zum Rückzug, besonders wenn es sich um sehr diskrete, private und zurückgezogene Menschen handelt. Es geschieht allerdings so gut wie nie, dass diese Distanz langfristig aufrecht gehalten wird – zu stark ist das Bedürfnis nach der Entdeckung des Gegenübers und der Findung des Selbst in ihm. Genauso selten kommt es vor, dass nur einer von zwei Menschen das Erlebnis einer Seelenverwandtschaft hat, während der andere nichts spürt. Meistens ist es in diesen Fällen eine Art von Verliebtsein bis hin zur Fixierung, die oft narzisstisch geprägt ist, und lediglich projiziert wird.

Interessant ist, dass die Seelenverwandtschaft zwischen Menschen verschiedenen und gleichen Geschlechts stattfinden kann und mit den Anfängen einer Liebesbeziehung nichts zu tun hat. Zwar können sich Partnerschaften aus Seelenverwandtschaften ergeben, sie müssen es aber in keiner Weise. Auch ein großer Altersunterschied kann vorliegen, sowie kulturelle und soziale Verschiedenheiten. Aufgrund der Seltenheit des Phänomens kann das Begegnen eines Seelenverwandten mit dem Verlieben verwechselt werden – meist klärt jedoch ein Gespräch und eine Introspektion diese Verwechslung auf.

In der Esoterik wird dieses Erleben der Seelenverwandtschaft mit dem Vorhandensein einer Dualseele oder Zwillingseele erklärt. Meist werden hier schon die Umstände des Aufeinandertreffens als ungewöhnlich und der Zeitpunkt als schicksalhaft beschrieben. In vielen Interpretationen ist er auch als “Wendepunkt” definiert, was eine Art Determination der Begegnung zu einem Zeitpunkt nahe legt, zu dem die Beteiligten besonders sensibilisiert sind, oft ohne es selbst wahrzunehmen.

Zwillingseelen werden oft mit dem asiatischen Symbol des Yin und Yang analogisiert: So wie im Yang ein kleiner Anteil des Yin inselartig und vollkommen umhüllt liegt, so ist es umgekehrt auch mit dem Kontrapart Yang. Gleichartig tragen Dual- oder Zwillingseelen einen winzigen Teil einer anderen Seele als integralen Bestandteil ihrer selbst mit sich. Über die Herkunft dieser Verwurzelung des Selbst im Anderen gibt es verschiedenen Meinungen; viele davon beziehen sich auf das Phänomen der Reinkarnation, andere auf das Vorhandensein von metamorphischen Feldern. Wieder andere sehen das Begegnen der Seele mit ihrer Ergänzung als einen Akt der Vervollkommnung auf dem Weg zur vollständigen Entfaltung des Selbst hin zu einem höheren Wesen. Es gibt auch Ansätze, die Seelenverwandtschaft in eine Karma-Lehre zu integrieren, und die Begegnung als teil eines karmischen Prozesses zu begreifen.

Unabhängig von diesen Erklärungsansätzen scheint die allen Seelenverwandtschaften innewohnende Gemeinsamkeit die Erfahrung einer Ganzheit, Heilung und Vervollkommnung des Selbst durch ein Anderes zu sein. Dieses verbleibt beiden Seelenverwandten unabhängig davon, ob sie einander ein Leben lang, eine Zeit lang oder auch nur sehr kurz begleiten. Faszinierenderweise werden die räumlichen Trennungen von Seelenverwandten – selbst wenn es unklar ist, ob diese für immer sind – oft als nicht schmerzlich beschrieben, so als sei ein Teil des anderen immer noch sehr präsent vorhanden. Der Tod wiederum wird als außerordentlich schmerzhaft erlebt, oft beschrieben als das “ein Teil von einem selbst” verschwindet. Dennoch geht auch die Todeserfahrung bemerkenswerterweise nicht mit der Art von Depression oder Verbitterung einher, mit der dem Tod von Liebespartnern oder Familienmitgliedern oft begegnet wird.


May 16 2013

Hand in Hand gehen bis Amor sich ermordet.


May 11 2013

Get in touch with strangers.


May 07 2013

My girl, my girl, don’t lie to me…
Tell me where did you sleep last night?


May 01 2013

Genug kann nie genügen.


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